Samstag, 18. Oktober 2014

Grosse Visionen für den Bahnhof Leisnig - SZ vom 17. Oktober 2014.




Große Visionen für den Bahnhof

Der Schweizer Besitzer ist bei der Umsetzung auf Hilfe angewiesen. Er braucht Geld – auch von der Stadt. Die ist bereits verschuldet.

Von Tina Soltysiak

Für manch einen ist Erwin Feurer ein Spinner. Jemand, der sich übernimmt, sich und der Stadt Leisnig zu viel zutraut. Vor einem knappen Jahr hat er den Bahnhof bei einer Auktion für 8500 Euro gekauft. Er will das Gebäude sichern. Und viel wichtiger noch: Er möchte, dass wieder Leben einzieht. Er hat Ideen. Nein, viel mehr. Er hat Visionen. Der Schweizer möchte den Bahnhof in eine „Visitenkarte für eine historische Altstadt“ verwandeln. So zumindest steht es in einem Konzept, das er der Stadt vorgelegt hat. Für ihn ist der Bahnhof ein „sozio-kulturelles Kommerz-, Kunst- und Bauprojekt“.

Welche Projekte schweben



dem Besitzer vor?



Prinzipiell geht es um Wohnen, Arbeiten, Leben im Bahnhof Leisnig. Erwin Feurer meint, dass zwei bis sechs Wohnungen, zwei bis vier Geschäfte sowie zwei permanente Ausstellungen und eine Gaststätte im Westflügel des Gebäudes eingerichtet werden könnten. Er will den Bahnhof zur touristischen Attraktion machen.

Woher will der Schweizer



das Geld dafür nehmen?



Im Konzept heißt es: „Da der Bahnhof – von wem auch immer – saniert werden muss, wird angeregt, sofort zur Sicherung der Finanzierung ein Spenden- und Gönnerkonto einzurichten.“ Dieses „wie auch immer“ ist der entscheidende Knackpunkt. Mit Eigenmitteln kann der Schweizer das umfangreiche Projekt nicht realisieren. „Die Eigentümergemeinschaft steht zwar gesund da, ist jedoch allein nicht in der Lage, die Restauration des Leisniger Bahnhofs materiell in jeder Hinsicht umfassend und vollkommen zu gewährleisten“, so Erwin Feurer. Die Gemeinschaft besteht aus der Com Media Vision AG und dem International Burnout Fund, deren Geschäftsführer Erwin Feurer selbst ist. Um den Bahnhof soweit herzurichten, dass er funktionstüchtig ist, seien rund 320000 Euro notwendig, schätzt der Besitzer. Das Geld wird für die Erschließung mit Strom, Wasser und Heizung, die Renovierung der Treppenhäuser und die Sanierung der Toiletten benötigt. Der Döbelner Bauplaner Maik Schroeder sei damit beauftragt, einen detaillierten Kostenvoranschlag zu erarbeiten. Erwin Feurer hofft auf Fördermittel, zum Beispiel aus dem Leader- oder Sachsenkreuz-plus-Programm. Dazu muss das Nutzungskonzept aber unter Dach und Fach sein. „Wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, könnten die weiteren Kosten aus dem Betrieb heraus und mittels Kreditfinanzierung zu beschaffen sein.“

Wie steht die Stadt



zu den Visionen?



Bürgermeister Tobias Goth (CDU) und Ortsvorsteher Michael Heckel stehen dem Engagement von Erwin Feurer aufgeschlossen gegenüber. Sie sind froh, dass etwas getan wird und der Bahnhof nicht dem Verfall preisgegeben wird. Das haben beide in der Vergangenheit mehrfach betont. „Wir als Stadt wollen uns weiterhin mit den Ideen auseinandersetzen und Erwin Feurer unterstützen“, so der Bürgermeister. Eine ausführliche Stellungnahme möchte er am Donnerstag im Stadtrat abgeben.

Wann erfahren die Leisniger



mehr Details zu den Vorhaben?



Für den 3. November laden Erwin Feurer und Tobias Goth in den Bahnhof ein. Ab 18 Uhr sind Vertreter der Vereine, ortsansässiger Firmen und des Denkmalschutzes sowie die Stadträte und Bürger willkommen. „Nach kurzer Besichtigung des Bahnhofsgebäudes wird Erwin Feurer sein Konzept vorstellen“, so der Bürgermeister. Um eine Bestätigung der Teilnahme wird unter Tel. 034321 66620 oder per E-Mail an
buergermeister@leisnig.de gebeten.

Was hat Erwin Feurer bisher



am Gebäude verändert?



Voraussetzung sowohl für ein Bau- als auch ein Nutzungskonzept ist eine gesicherte Bausubstanz. Daran wird bereits gearbeitet: Einige Fenster sind repariert, ein Großteil des Gebäudes wurde von Unrat und Schmutz befreit. Als Nächstes soll das Dach gesichert werden. „Ende September hat Maik Schroeder in meinem Auftrag einen Antrag auf Zuwendung zur Erhaltung eines Kulturdenkmals beim Referat Denkmalschutz gestellt“, so Erwin Feurer. Die dafür notwendigen Eigenmittel seien von der Eigentümergemeinschaft abgesichert.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Konzept Bahnhof Leisnig vom 1. Oktober 2014...


Konzept

 

Bahnhof Leisnig

 

„Visitenkarte für eine

historische Stadt“

 

 

Ein sozio-kulturelles

Kommerz-, Kunst- und Bauprojekt.

 

                        Erstellt am 1. Oktober 2014

                                              

Konzeptverfasser:

 

Erwin  Feurer

Am Schloss 3

D-02627 Radibor

 


Inhalt

 

A. Visionen und Utopien für einen Bahnhof und eine historische Stadt                 

 

1. Vorbemerkungen                                                                                                             

2. Ausgangslage                                                                                                                 

3. Denkmalpflegerische Bedeutung                                                                                    

4. Grobe Zielsetzung der jetzigen Eigentümerschaft                                                            

5. Erweiterte mögliche Zielsetzungen                                                                                   

6. Bisherige und laufende Aktivitäten                                                                                             

7. Meine persönlichen Interessen                                                                                        

 

B. Bau- und Nutzungskonzept

 

8. Baukonzept

9. Voraussetzungen eines Nutzungskonzepts

10. Aktuelle Lagebeurteilung

11. Vorschlag für ein erstes Nutzungskonzept

12. Bauliche Massnahmen

13. Kosten

14. Finanzierung

15. Antrag auf Förderung

 

C. Von der Vision zur Realität

 

16. Schlussbemerkungen

 

 

 

 

 

A. Visionen und Utopien für einen Bahnhof und eine historische Stadt

 

„Utopien sind Wunschbilder, die der Gegenwart weit enteilen, das Mögliche im Wirklichen erkunden und Blaupausen einer anderen und besseren Zukunft liefern. In ihnen verrät die Gesellschaft nicht nur wie sie ist, in ihnen befindet sie auch darüber, wie sie sein soll. Indem sie sich den restriktiven Bedingungen der Realität entziehen, einen radikalen Bruch mit Gegenwart und Vergangenheit vollziehen und eine ideale Gegenwelt zu ihnen aufbauen, setzen Utopien alte Denk-, Handlungs- und Sehgewohnheiten außer Kraft und unbekannte Wahrnehmungs-, Hör- und Sichtweisen ins Werk. Meist kommen sie zum Zug, wenn Denken und Sein, Möglichkeiten und Wirklichkeit sich im krassen Missverhältnis befinden und das „historisch-gesellschaftliche Sein“ gesprengt und verändert werden muss.“[1]

 


 

 

1. Vorbemerkungen

 

1.1. Das im Folgenden vorgelegte Konzept ist im Anschluss an den Konzeptansatz vom 15. September 2014 erarbeitet worden, um schnellstmöglich den Bahnhof Leisnig zu reaktivieren und revitalisieren.

 

1.2. Es wird unterteilt einerseits in ein Baukonzept und andererseits in ein Nutzungskonzept. Vorerst wird ein öffentlichkeitstaugliches und förderfähiges Nutzungskonzept erarbeitet, dem anschliessend die baulichen Massnahmen subsumiert werden, die notwendig sind, um die geplante Nutzung umzusetzen. Besonders zu berücksichtigen ist dabei, dass es sich beim Bahnhof Leisnig um ein geschütztes Kulturdenkmal handelt, das zumindest in seiner äusseren Form nicht verändert werden darf und im Inneren mit höchstem Respekt vor dem bedeutenden Kulturgut behandelt werden muss.

 

1.3. Die Anforderungen und Auflagen der Oberen und Unteren Denkmalpflegebehörden haben höchste Priorität; diese Prämissen decken sich im Übrigen vollkommen mit der Auffassung von Kulturgüterschutz des Konzeptverfassers und der Eigentümerschaft.

 

1.4. Voraussetzung sowohl für ein Baukonzept als auch für ein Nutzungskonzept ist ein gesicherter und gesunder Baukörper. Daran wird bereits gearbeitet; diesbezüglich ist durch das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, am 30.9.2014 bereits ein Antrag auf Zuwendung zur Erhaltung und Pflege eines Kulturdenkmals beim Referat Denkmalschutz gestellt worden, beinhaltend die Dachsicherung. Die dafür notwendigen Eigenmittel sind dabei von der Eigentümerschaft abgesichert.

 

1.5. Weitere Arbeiten an der Aussenhülle sind bereits ausgeführt und von der Eigentümerschaft bezahlt worden; diese Arbeiten werden laufend fortgesetzt entsprechend den finanziellen Möglichkeiten bzw. der Liquidität der Eigentümerschaft. Primäres Ziel ist, das Bauwerk gesund zu machen; ein ästhetisch hervorragendes äusseres Erscheinungsbild - in Einklang und Absprache mit der Denkmalpflege - soll nach der Inbetriebnahme gemäss Nutzungskonzept aus einem erfolgreichen Geschäftsverlauf finanziert werden.

 

1.6. Angestrebt wird eine finanziell jederzeit vollständige Abdeckung sämtlicher ausgeführten Arbeiten inkl. Materialien sowie - wenn irgend möglich - keine Fremdverschuldung.

 

1.7. Im Folgenden wird ein Nutzungskonzept vorgestellt, das für die Eigentümerschaft denkbar und realisierbar scheint. Es ist interaktiv, fragmentarisch aufgebaut in der Absicht, dass die Öffentlichkeit, insbesondere Gewerbe, Handel, Industrie in und um die Stadt Leisnig sowie die politischen Parteien und die Vereine  auf die Gestaltung und Nutzung des Leisniger Bahnhofs Einfluss nehmen können und sollen.

 

 

2. Ausgangslage

 

2.1. Nach sehr langem Leerstand und verschiedenen Besitzerwechseln ist der Bahnhof Leisnig am 07.12.2013 anlässlich der Deutschen Grundstücksauktionen in Berlin von der Com Media Vision AG und dem International Burnout Fund beide mit Sitz in CH-9016  St. Gallen beide vertreten durch Erwin Feurer, Am Schloss 3, D-02627 Radibor, gekauft worden.

 

2.2. Die Eigentümerschaft steht zwar gesund da, ist jedoch allein nicht in der Lage, die Restauration des Leisniger Bahnhofs materiell in jeder Hinsicht umfassend und vollkommen zu gewährleisten. Beide Firmen haben jedoch die Absicht, die als sehr hoffnungsvoll eingeschätzte Lage sowohl des Bahnhofs als auch der historischen Stadt Leisnig für ihre Positionierung zu nutzen und einzusetzen.

 

 

3. Denkmalpflegerische Bedeutung[2]

 

3.1. Bahnhof Leisnig (Kulturdenkmal)

 

3.2. Strecke Borsdorf – Coswig (Teilabschnitt Borsdorf – Leisnig August 1865 bis Oktober 1867 erbaut)

 

3.3. Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde am 27. Okt. 1867 mit dem Streckenabschnitt Grimma – Leisnig eröffnet, besteht aus Ensemble von Dienst- und Betriebsgebäuden

 

3.4. Gebäudeensemble weist Ähnlichkeit mit Oberem Bahnhof Grimma auf: deshalb stammt der Entwurf des Bahnhofsgebäudes vermutlich von Eduard Heuchler (1801 – 1879) aus Freiberg (Heuchler entwarf nachweislich den Bahnhof Grimma und den Freiberger Bahnhof)

 

3.5. Fünfteiliger Baukörper: eingeschossige Halle und Zwischenflügel, zweigeschossige Kopfbauten

 

3.6. Repräsentatives Gebäude in den Formen des romantischen Historismus mit Anklängen an die romanische Sakralarchitektur Italiens und Elementen der Renaissance: noble Lisenengliederung mit Rundbogenfriesen und fialartigen Eckpfeilern

 

3.7. Eingangshalle mit drei Rundbogenportalen, Giebelfeld mit Rundfenster und Glockentürmchen; wertvolle hölzerne Kassettendecke noch vorhanden

 

3.8. Stadtseitiger Kopfbau mit Erker und darüber befindlicher Terrasse

 

3.9. Durchgehende mittige Eingangshalle, sich anschließende Wartesälen mit Bahnhofswirtschaft bzw. Fahrkartenschaltern, Gepäckabfertigung etc. in den Zwischenflügeln, in den zweigeschossigen Kopfbauten im EG Diensträume und Bahnhofsrestaurant, im OG Dienstwohnungen

 

3.10. Weitere interessante Gebäude( Denkmale):

 

3.10.1. Alte Wasserstation – dreiteiliger Aufbau: Wasserhaus mit Hochbehälter und darunter liegender Vorwärmanlage , eingeschossige Anbauten als Pumpenhaus, Schirrkammer und Kohlenschuppen genutzt

 

3.10.2. Eingleisiger Lokschuppen aus Holz für 2 Maschinen mit Tandemaufstellung, Lüftungsaufsätze mit Rauchabzügen

 

 

4. Grobe Zielsetzung der jetzigen Eigentümerschaft[3]

 

4.1. Grundgedanke Belebung des ländlichen und städtischen Raums.

 

4.2. Bahnhof als Motor, Transmitter, Katalysator für eine Positionierung einer attraktiven historischen Stadt und diverser Nebenprojekte.

 

4.3. Bildung eines überparteilichen, religiös/konfessionell unabhängigen, modern ausgerichteten Netzwerks, um dem Bahnhof Leisnig eine Funktion im Stadtleben zu verschaffen, ihn durch geeignete Angebote kommerziell und kulturell tragfähig zu machen und der Stadt Leisnig einen bedeutenden Anstoss zu einer erfolgreichen Zukunft zu geben.

 

4.4. Bahnhof als Zugpferd für eine selbstbewusste innere und äussere Entwicklung und Veränderung eines stagnierenden, leicht rückwärtsgerichteten Trends einer wertvollen historischen Stadt.

 

4.5. Positionierung als historische, touristisch attraktive historische Stadt mit Entwicklungspotenzial.

 

4.6. Coaching/Management erforderlich.

 

4.7. Visionen und Utopien ermitteln, Vorbilder Pirna, Görlitz, Bautzen, die den Turnaround mittels einer konsequenten, die unbestrittenen Vorzüge hervorhebenden Positionierung geschafft haben.

 

4.8. Dringender Bedarf einer Zündung durch ein breit abgestütztes mit hoher öffentlicher Akzeptanz versehenes und von verschiedensten Grupperungen getragenes gemeinsames Bahnhofsprojekt.

 

4.9. Nutzung und Erhalt des Bahnhofs als Gemeinschaftsaufgabe.

 

4.10. Öffentliche Institution im Bahnhof als Teilnutzung.

 

 

5. Erweiterte mögliche Zielsetzungen

 

5.1. Belebung des städtischen und ländlichen Raums in der Absicht die Abwanderung in den Westen aufzuhalten bzw. die Zuwanderung in den Osten zu fördern.

 

5.2. Schaffung von Arbeitsplätzen an,  im und um das Kulturgut Bahnhof Leisnig.

 

5.3. Sensibilisierung sämtlicher Gesellschaftskreise für eine materielle und ideelle Unterstützung eines Gesamtprojekts u.a. zu Gunsten der „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“ der Gesellschaft durch Bildung von Arbeitsplätzen für Behinderte, Benachteiligte, Gestrauchelte.

 

5.4. Schaffung eines Helpcenters im Objekt mit der Möglichkeit auch vorübergehende Übernachtungen und Erholungsaufenthalte anzubieten.

 

5.5. „Auffangbecken“ für Hilfsbedürftige.

 

5.6. Erreichen eines erhöhten Interesses der Öffentlichkeit und insbesondere der Medien durch die aussergewöhnliche Konstellation und die Initiierung eines enorm spannenden, zukunftsorientierten Projekts.

 

5.7. Am  Objekt selbst Durchführung von konkreten Sicherungsarbeiten, Verhinderung des weiteren Zerfalls, Ausführen denkmalpflegegerechter Sanierungsarbeiten.

 

5.8. Weitestgehende Öffnung des Leisniger Bahnhofs für die Öffentlichkeit durch sofort einsetzende Veranstaltungen wie „Kunst am Bau“, Ausstellungen, laufende Informationen, Referate durch Fachleute, Musikanlässe, Literaturvorstellungen, Lesungen, Aktionen, Festlichkeiten etc.

 

5.9. Schaffung eines zeitlich und räumlich weitmöglichsten Zugangs der Öffentlichkeit zu einer der „schönsten Baustellen der Welt“.

 

5.10. Finanzierung der sofort geschaffenen Arbeitsplätze durch Erhebung von Eintrittsgeldern, Sponsorenaktivierung und Verkauf geeigneter Güter wie Souvenirs, Bücher, Kunst und Kunsthandwerk sowie durch Artikel hergestellt in Eigen- und Fremdproduktion.

 

5.11. Inbetriebnahme einer zweckmässigen Gastronomie, die sich selbst finanzieren kann durch ein vernünftiges Getränke- und Essensangebot mit ausgewogenem Preis-/Leistungsverhältnis.

 

5.12. Insgesamt eine Vertrauensfrage an ein breites Publikum und an die Öffentlichkeit, ob die Bereitschaft vorhanden ist, ein Angebot anzunehmen und auch (mit-) zu tragen.

 

 

6. Bisherige und laufende Aktivitäten

 

6.1. Es sind sehr viele und zielgerichtete Gespräche mit Vertretern der Behörden, Stadtverwaltung, Denkmalpflege sowie interessierten Kreisen geführt worden, aus denen die Sorge um aber auch der unbedingte Wille zum Erhalt des Bahnhofs Leisnig klar hervorging.

 

6.2. Im Sinne einer proaktiven Öffentlichkeitsarbeit und einer hohen Transparenz sind die Medien von Beginn weg sehr nahe herangezogen worden. Die Eigentümerschaft beabsichtigt - in Abstimmung mit den involvierten Kreisen - diese Arbeit noch zu intensivieren und auszuweiten, um den Namen (Bahnhof) Leisnig zu einem Markenzeichen in Sachsen zu positionieren.

 

6.3. Weitere bereits geschehene Aktivitäten: Verarbeitung der Feedbacks, Netzwerkbildung, Ordnung schaffen, Herausgabe zweier Publikationen „Messages from Leisnig“, Anfänge einer Positionierung, Studium der Grundlagen und Möglichkeiten, Grobe Säuberung des Bahnhofs, diverse Fensterreparaturen, Öffnung dieser Fenster als sichtbares Zeichen der Inbesitznahme.

 

6.4. Für den Bahnhof Leisnig ist bereits ein Blog www.bahnhofleisnig.blogspot.com sowie eine Facebook-Seite https://www.facebook.com/#!/bahnhofleisnig eingerichtet worden.

 

 

7. Meine persönlichen Interessen  

 

7.1. International Burnout Fund


Der International Burnout Fund ist von Erwin Feurer am 1. Mai 2009 gegründet worden mit dem Ziel, die grösste Selbsthilfeorganisation in Europa mit 100‘000 Sympathisanten, Gönnern und Mitgliedern zu werden. Der IBF engagiert sich für die „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“, ist gleichzeitig auch ein Geschäftsmodell.

 

7.2. „Benzin aus Sand“


 

7.3. Buch der Synergie


 

7.4. Com Media Vision AG Kunstbuchverlag mit über 50 Publikationen


Seit 2009 ist Erwin Feurer als Autor, Verleger und Herausgeber von bis anhin rund 50 Publikationen tätig. Dem Kunstbuchverlag ist mit der Herausgabe von Büchern zu Gunsten der „Ausgegrenzten, Vergessenen und Überflüssigen“ eine breite Basis gegeben worden.  

 

7.5. „Weltrevolutionen/Paradigmenwechsel“


 

7.6. Kunst und Kultur


 

7.7. Vermittlung Ost-West und umgekehrt


 

7.8. Der International Burnout Fund 7.1. und die Com Media Vision AG 7.4. sind Eigentümer des Bahnhofs Leisnig und wollen an diesem Standort tätig werden. Eine zweckmässige Verwaltung wird demnächst im Bahnhof eingerichtet.

 

 

B. Bau- und Nutzungskonzept

 

8. Baukonzept

 

8.1. Der Bahnhof Leisnig muss nicht neu erfunden werden. Der 1876 eröffnete neugotische Bau ist als Kulturdenkmal „sakrosankt“. Die Sicherung und Gesundung der Bausubstanz ist bereits in die Wege geleitet. Dennoch werden der Nutzung entsprechend Anpassungen erfolgen, die in Absprache mit der Denkmalpflege vom Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, nach den von der Eigentümerschaft unten formulierten Planungsgrundlagen erarbeitet werden.

 

8.2. Planungsgrundlagen

 

Die Bereitstellung und Anwendung einer höchstmöglichen Vielfalt von Planungsgrundlagen unter Beizug der massgebenden Experten wird so zeitnah wie möglich in folgenden Bereichen angestrebt:

 

  • Gesetzliche Grundlagen, Bauvorschriften, Normen, Richtlinien und Vorschriften der Denkmalpflege
  • Bauhistorie, sämtliche bisher verfügbaren Dokumente und Unterlagen
  • Alte Pläne, Fotografien, Zeichnungen, Beschreibungen etc.
  • Studium, Einschätzung, Auswertung der Bedeutung des Bahnhofs für das engere und weitere Umfeld, Berücksichtigung der Kultur der Gegend
  • Grundlagenuntersuchungen, Analysen und Prognosen zu Themen, die für den Bahnhof Leisnig von Bedeutung sind
  • Einschätzungen der orts- und gegendspezifischen Infrastruktur
  • Bauaufnahme, Vermessung, Volumenberechnung, statische Untersuchungen, Baugrunduntersuchungen, Mauerwerkanalysen
  • Ermittlung der denkmalpflegerischen Gebundenheiten bzw. Freiheiten
  • Analyse der Nutzungsmöglichkeiten, Abstimmung der bisherigen Nutzungen mit zukünftigen Anforderungen
  • Ermittlung der privaten und öffentlichen finanziellen Mittel, die bereit gestellt werden können/müssen
  • Kostenvoranschläge, Devisierungen, Offerteneinholungen
  • Wirtschaftlichkeits- und Renditeberechnungen
  • Erstellung genauer und zuverlässiger Pläne, ev. Modelle
  • Festlegung eines Farbkonzepts, der charakteristischen Proportionen und Formenlinien
  • Würdigung und Akzeptanz des Potentials des Gesamtensembles in seiner Denkmalaussage

 

Die obige Auflistung ist weder vollständig, noch ist sie das Mass aller notwendigen Planungsunterlagen, d.h. sie kann auch gekürzt werden. Die einzelnen Punkte überschneiden sich, ergänzen sich und spielen wechselseitig zusammen.

 

Wichtig ist uns, dass mit grossem Respekt und mit einem hohen Mass an Ehrfurcht mit jedem einzelnen Bauteil einerseits und mit dem Gesamtwerk eingebettet in eine geschützte Kulturlandschaft  andererseits bei sämtlichen Planungs- und vor allem dann auch Arbeitsschritten vorgegangen wird. Das Bewusstwerden und Bewusstsein dieser Einstellung ist Voraussetzung für jeden Baubeteiligten, sei es Planer, Experte oder irgendeine Arbeit in und um den Bau Ausführenden. Die tatsächliche Gefahr oder ein Handicap besteht nicht in einer Über- oder Unterplanung, sondern im konkret sorglosen Umgang in arbeitsmässiger und handwerklicher Hinsicht mit dem Bauwerk. Wenn es gelingt, dieses Bewusstsein auf allen Stufen zu sensibilisieren, ist ein wesentliches Ziel erreicht.

 

Im Folgenden werden die nach heutigem Erkenntnisstand bereits vorhandenen Planungsgrundlagen in der Art dargestellt, wie sie momentan vorliegen, d.h. sie werden laufend verbessert und ergänzt.

 

 

9. Voraussetzungen eines Nutzungskonzepts

 

9.1. Grundvoraussetzungen: Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, hohe Sozialkompetenz und ein modernes Bild von Gleichberechtigung der Geschlechter, Rassen, Religionen und Kulturen sind die Grundlage der Zusammenarbeit und Nutzung des Leisniger Bahnhofs. Eine Meinungs-, Herkunfts- und Bildungsvielfalt ist nicht nur toleriert, sondern erwünscht. Es wird dabei vorausgesetzt, dass Nutzer religiöse und politische Toleranz pflegen, nach ethischen und moralischen Grundsätzen handeln und in ihrem Wirken Nachhaltigkeit anstreben.

 

9.2. Gesamtkriterien: Es werden Nutzungen gesucht in den Bereichen Soziales und Wirtschaft, Kunst und Kultur sowie Wissen und Kreativität. Im Sinne einer offenen Gesellschaft streben wir eine kulturelle Vielfalt an. Im Bahnhof und der dazugehörenden Umgebung soll gearbeitet, gewohnt und gelebt werden.

 

9.3. Grundkriterien: Wünschbar sind stabile, dauerhafte und berechenbare Nutzungen, die finanziell gesichert sind. Die Verträglichkeit mit der historischen Würde des Bahnhofs und seiner Umgebung, mit den denkmalpflegerischen Aspekten sowie mit den übrigen Nutzungen muss abgewogen und geprüft werden. Die infrastrukturelle Belastung muss tragbar sein. Angestrebt wird eine hohe Qualität von Produkten und Dienstleistungen.

 

9.4. Zusatzkriterien: Schaffung von Arbeitsplätzen, Synergien mit anderen Nutzern, interdisziplinäre Vernetzung, ein wirtschaftlich/kultureller Austausch mit der Region, grenzüberschreitende Ausstrahlung sowie insgesamt Wertschöpfung und Steuerkraft sind erwünscht und werden angestrebt.

 

9.5. Mögliche Nutzungen

 

9.5.1. Wohnraum

 

9.5.1.1. Eigentumswohnungen

9.5.1.2. Mietwohnungen

9.5.1.3. Altersresidenzen

9.5.1.4. Begleitetes Wohnen

 

9.5.2. Geschäftsraum

 

9.5.2.1. Büros/Geschäftsdomizile

 

9.5.2.2. Werkstätten

 

9.5.2.2.1. Kleine Produktionsbetriebe

9.5.2.2.2. Handwerk

9.5.2.2.3. Künstlerateliers

 

9.5.2.2.4. Kulturelle Veranstaltungen

 

9.5.2.2.4.1. Kunstausstellungen

9.5.2.2.4.2. Konzerte

9.5.2.2.4.3. Theateraufführungen

 

9.5.2.2.5. Workshops

 

9.5.2.3. Therapiezentrum

 

9.5.2.4. Kulturzentrum

 

9.5.2.5. Gastronomie

 

9.5.2.5.1. Gästehaus

9.5.2.5.2. Restaurant

9.5.2.5.3. Tagescafé

 

9.6. Interessen- und Absichtserklärungen

 

Unter diesem Punkt werden von allen in irgendeiner Form am Bahnhof Leisnig interessierten oder beteiligten Privaten, Firmen sowie von Vertretern der Öffentlichkeit, Behörden, Denkmalpflege etc. Stellungnahmen, Interessens- und Absichtserklärungen interaktiv eingebracht und dargestellt.

 

9.7. Denkmalpflegerische Grundsätze

 

9.7.1. Instandhaltung

9.7.2. Instandsetzung

9.7.3. Sanierung

9.7.4. Konservierung

9.7.5. Renovierung

9.7.6. Restaurierung

9.7.7. Befunduntersuchung

 

9.8. Gesetzliche Grundlage

Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen (Sächsisches Denkmalschutzgesetz – SächsDSchG) SächsGVBl. Jg. 1993 Bl.-Nr. 14 S. 229 Fsn-Nr.: 46-1
Fassung gültig ab: 01.05.2014

 

§ 8

(1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen.

(2) Der Freistaat Sachsen trägt hierzu durch Zuschüsse nach Maßgabe der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bei. Bewilligungsbehörden sind die unteren Denkmalschutzbehörden. Für Zuwendungen an Kreisfreie Städte, Landkreise und Gemeinden, die nach § 3 Abs. 2 zur unteren Denkmalschutzbehörde erklärt wurden, ist die Landesdirektion Sachsen Bewilligungsbehörde. Die zur Erfüllung der Aufgabe „Bewilligung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen“ notwendigen Haushaltsmittel des Landesprogrammes Denkmalpflege, die im Staatshaushalt veranschlagt sind, werden den unteren Denkmalschutzbehörden zur Bewirtschaftung zugewiesen. Davon ausgenommen sind Mittel, die sich auf Objekte beziehen, die sich im Eigentum der unteren Denkmalschutzbehörden befinden. Das Staatsministerium des Innern kann Zweck, Gegenstand, Voraussetzungen und Verfahren, Empfängerkreis sowie Art, Umfang und Höhe der Zuwendung durch Rechtsverordnung regeln.

 

§ 9

(1) Eigentümer und Besitzer von Kulturdenkmalen haben diese pfleglich zu behandeln, im Rahmen des Zumutbaren denkmalgerecht zu erhalten und vor Gefährdung zu schützen.

(2) Der Freistaat Sachsen trägt hierzu durch Zuschüsse nach Maßgabe der dafür zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bei. Bewilligungsbehörden sind die unteren Denkmalschutzbehörden. Für Zuwendungen an Kreisfreie Städte, Landkreise und Gemeinden, die nach § 3 Abs. 2 zur unteren Denkmalschutzbehörde erklärt wurden, ist die Landesdirektion Sachsen Bewilligungsbehörde. Die zur Erfüllung der Aufgabe „Bewilligung von Zuwendungen zur Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmalen“ notwendigen Haushaltsmittel des Landesprogrammes Denkmalpflege, die im Staatshaushalt veranschlagt sind, werden den unteren Denkmalschutzbehörden zur Bewirtschaftung zugewiesen. Davon ausgenommen sind Mittel, die sich auf Objekte beziehen, die sich im Eigentum der unteren Denkmalschutzbehörden befinden. Das Staatsministerium des Innern kann Zweck, Gegenstand, Voraussetzungen und Verfahren, Empfängerkreis sowie Art, Umfang und Höhe der Zuwendung durch Rechtsverordnung regeln.

 

 

10. Aktuelle Lagebeurteilung

 

10.1. Tag des Offenen Denkmals vom 14.9.2014: Von ca. 12 h bis 18 h war die Stadt Leisnig an diesem bedeutenden Tag mehr oder weniger „leergefegt“. Die Burg Mildenstein hatte kaum mehr Besucher als an einem gewöhnlichen Sonntag, das Stiefelmuseum gähnte vor Leere, Stadtcafé praktisch einzige offene Gaststätte mässiger Zulauf, sämtliche Läden geschlossen, keinerlei Angebote für Besucher oder Touristen etc.

Kloster Klosterbuch trotz schlechten Wetters gut besucht, Bahnhof Klosterbuch gemäss Aussage von Herrn Andreas Riethig zufriedenstellend.

 

10.2. Grundsätzlich sollte festgestellt werden, ob dieser Zustand erwünscht ist und dem Willen der Bevölkerung entspricht. Im Sinne einer prosperierenden, historischen Stadt sollte hier m.E. jedoch Gegensteuer gegeben werden.

 

10.3. Die Burg Mildenstein ist unbestritten eines der hervorragenden und bedeutendsten Denkmalpflegeobjekte und Kulturgüter Sachsens. Sie ist nebst der intakten historischen Altstadt das Kapital der Stadt Leisnig, welches m.E. bedeutend besser genutzt werden kann.

 

10.4. Unbestritten scheint mir die Parkplatzproblematik für einen Grossandrang zur Burg; beim jetzigen „Besucherandrang“ ist dies jedoch kaum spürbar.

 

10.5. Der Bahnhof Leisnig ist eine wichtige Eingangspforte zur Stadt, zumindest was den öffentlichen Verkehr anbetrifft. Der Busterminal ist zukunftsträchtig visionär erstellt und leistungsfähig gebaut worden. Parkplatzmöglichkeiten sind rund um den Bahnhof Leisnig vorhanden und mit wenig Aufwand erweiterbar. Der Bahnhof Leisnig bietet sich als Shuttle-Station an für den Transport der Besucher zu:

 

10.5.1. Altstadt Leisnig, die mit einem funktionierenden Angebot der vorhandenen Läden und Geschäfte mit jeder vergleichbaren Stadt mehr als konkurrenzfähig ist,

 

10.5.2. Burg Mildenstein, die äusserlich und innerlich im europäischen Vergleich standhalten kann,

 

10.5.3. Kloster Klosterbuch, welches denkmalpflegerisch hervorragend und vorbildlich dasteht und seinen Test als Besuchermagnet schon oft bewiesen hat sowie

 

10.5.4. Weiteren möglichen Destinationen in der näheren Umgebung.

 

10.6. Bei nur annähernder Umsetzung dieses Positionierungsvorschlags wird klar, dass der Bahnhof Leisnig dringendst saniert und denkmalpflegegerecht wiederhergestellt werden muss, um die Trendwende der historischen Stadt Leisnig zu befördern.

 

10.7. Ein konkretes Ausbauprojekt des Bahnhofs Leisnig sollte daher absolute Priorität haben und zeitnah umgesetzt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass im Bahnhof 2 - 6 Wohnungen, 2 -  4 projektgerechte Geschäfte sowie 1- 2 permanente Ausstellungen, u.a. der Kulturschätze der Stadt Leisnig, und eine Gastronomie  Platz haben und eingerichtet werden können. Ein konkretes Bauprojekt ist innert kürzester Zeit erstellbar, wenn der öffentliche Wille zur Umsetzung einer Neupositionierung der Stadt Leisnig geweckt und vorhanden ist.

 

 

11. Vorschlag für ein erstes Nutzungskonzept

 

11.1. Aus den in 9.5. in Erwägung gezogenen Möglichkeiten einer Nutzung des Leisniger Bahnhofs werden in einer ersten Phase realisiert:

 

11.1.1. Öffnung der Wartehalle im Mittelteil des Bahnhofs mit einer Informationsstelle

11.1.2. Ausstellungsräumlichkeiten in der Schalterhalle entweder von privater Seite als Galerie oder Kunsthaus oder von der Stadt Leisnig mit den „schlummernden“ Kunstschätzen ausgestattet und als Mieterin geführt.

11.1.3. Wiederinbetriebnahme der Gaststätte im Westflügel mit PächterIn.

11.1.4. Wiederherstellung von 2 Wohnungen im Westflügel und Vermietung an Interessenten.

11.1.5. Einrichtung einer Büroeinheit im Parterre Westteil zwischen Wartehalle und Gaststätte und Vermietung an den International Burnout Fund, den Kunstbuchverlag Com Media Vision AG sowie an weitere mögliche Interessenten.

 

 

12.  Bauliche Massnahmen

 

12.1. Sofortige Erschliessung mit Wasser/Abwasser, Elektrisch, Telekommunikation.

12.2. Erstellung eines Rohbaus mit sauberen Böden, Wänden und Decken.

12.3. Wiederherstellung und Inbetriebnahme der Toiletten.

12.4. Renovation der Treppenhäuser

12.5. Einbau von zwei Wohnungen mit mittlerem Ausbaustandard

12.6. Einbau einer Heizung

12.7. Elektroarbeiten

12.8. Sanitärarbeiten

 

 

13. Kosten

 

13.1. Die Baukosten dieser ersten Etappe sind grob geschätzt auf EUR 320‘000.

13.2. Ein detaillierter Kostenvoranschlag wird durch das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, demnächst erarbeitet.

13.3. Die Eigentümerschaft wird Teile der Arbeiten an örtliche Firmen vergeben, Teile aber auch selbst ausführen.

 

 

14. Finanzierung

 

14.1. Die Förderungsmöglichkeiten der Denkmalpflege, der ILE/LEADER sowie Gönner- und Sponsorenbeiträge sind zumindest zu prüfen und in Betracht zu ziehen..

 

14.2. Am 28.8.2014 hat ein Gespräch mit den Herren BM Goth und Heckel in Leisnig stattgefunden. Es ist dabei vereinbart worden, dass der Eigentümer des Bahnhofs ein Konzept ausarbeitet, das anschliessend an die interessierten Kreise, wie Vereine etc., zur „Vernehmlassung“ gegeben wird. Das nun vorliegende Grobkonzept ist zwar noch vage, sollte jedoch - ergänzt und verbessert - als Diskussionsgrundlage die Runde machen. Anschliessend ist ein konkretes Konzept und Projekt erarbeitbar.

 

14.3. Da der Bahnhof - von wem auch immer - saniert werden muss, wird angeregt, sofort zur Sicherung der Finanzierung  ein Spenden- und Gönnerkonto einzurichten.

 

14.4. Wenn der Bahnhof baulich gesichert ist und eine Erschliessung mit Wasser/Abwasser, Elektrisch, Telekommunikation, Heizung stattgefunden hat, sollte es möglich sein, die weiteren Kosten aus dem Betrieb heraus und mittels Kreditfinanzierung zu beschaffen.

 

 

15. Antrag auf Förderung

 

15.1. Das Bauplanungsbüro Schröder, Herrn Maik Schröder, Döbeln, wird beauftragt, einen Antrag auf Förderung ILE/Leader auszuarbeiten und baldmöglichst zu stellen.

 

 

C. Von der Vision zur Realität

 

16. Schlussbemerkungen

 

16.1. Der Konzeptverfasser als Vertreter der Eigentümerschaft des Bahnhofs Leisnig ist überzeugt, dass die Stadt Leisnig auf Grund seiner Lage, seiner intakten historischen Altstadt und insbesondere mit der Burg Mildenstein ein hohes, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial besitzt, zu einem Zugpferd für eine positive Trendwende in Mittelsachsen zu werden.

 

16.2. Die Positionierung des Bahnhofs und der historischen Stadt Leisnig als touristische Attraktion in Mittelsachsen ist eine zweifelsfreie Option und ein Geschäftsmodell, an dem alle Teile der Bevölkerung profitieren können und werden. Es braucht nur umgesetzt zu werden.

 

16.3. Das vorliegende Grobkonzept ist überarbeitungsbedürftig, dessen ist sich der Verfasser bewusst. Es braucht einheimische, mit den örtlichen Gegebenheiten vertraute Menschen, die den Anstoss aufnehmen und weiterbearbeiten. Gewerbe, Wirtschaft und Politik, aber auch der ganz normale Bürger von Leisnig sind gefordert, ihre Meinung zu äussern und wenn möglich am Projekt „Visitenkarte für eine historische Stadt“ mitzuwirken. Im Sinne einer proaktiv antizipierenden und speditiven Handlungsweise wird es demnächst der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

 

 

 

 

D-02627 Radibor, 1. Oktober 2014

 

 

 

 

Erwin Feurer

 

Konzeptverfasser

International Burnout Fund

Com Media Vision AG


 

 

Die Bahnhöfe von Leisnig und Breslau haben grosse Ähnlichkeit. Beide wurden Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil gebaut, was sie ganz besonders hervorhebt. Die Neugotik zählt zu den frühesten stilistischen Unterarten des Historismus, der auf Kunst- und Architekturstile der vorausgegangenen zwei Jahrtausende zurückgriff. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts wurde im Historismus der frühe Tudorstil wieder aufgegriffen und fand später in den ehemaligen britischen Kolonien und auf dem europäischen Festland Verbreitung. Hotels und Bahnhöfe, aber auch private Wohngebäude wurden in diesem Neu-Tudorstil errichtet. Beispiele hierfür sind die Bahnhöfe von Leisnig und Wrocław Główny in Breslau.

 

Im Mittelpunkt der Verbreitung der Neugotik stand ein umfassendes Bau- und Einrichtungsprogramm, das bis in die Literatur und den Lebensstil Einzug hielt. Die Formensprache der Neugotik orientierte sich an einem idealisierten Mittelalterbild. Ihre Blüte hatte sie in der Zeit von 1830 bis 1900. Unter der Auffassung, an Freiheit und Geisteskultur mittelalterlicher Städte anzuknüpfen, errichtete man in neugotischem Stil vor allem Kirchen, Parlamente, Rathäuser und Universitäten, aber auch andere öffentliche Bauten wie Postämter, Schulen oder Bahnhöfe.

 

 

2016 wird Breslau Kulturhauptstadt Europas.

 

Wo werden dann der Bahnhof und die historische Stadt Leisnig stehen?



[1] Rudolf Maresch, Zeit für Utopien, in Maresch / Rötzer 2004
[2] Schreiben der Unteren Denkmalschutzbehörde Döbeln vom 16.12.2013
[3] Notizen für das Gespräch mit Herrn BM Tobias Goth vom 25.4.2014